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Preisliste im Salon richtig aufbauen

Von Jan Vancak· Gründer von YourSalon5 Min. Lesezeit

Eine gute Preisliste ist keine Liste von Preisen, sondern ein Werkzeug, das Kunden bei der Wahl hilft und Ihren durchschnittlichen Bon erhöht. Sind Ihre Preise richtig, aber verwirrend dargestellt, verlieren Sie täglich Buchungen. In diesem Leitfaden geht es darum, wie Sie Ihr Angebot strukturieren und präsentieren — nicht darum, die Zahl selbst festzulegen.

Die kurze Antwort vorweg: Fassen Sie Leistungen in wenige klare Kategorien, benennen Sie sie so, dass auch ein neuer Kunde sie versteht, bieten Sie bei Ihren wichtigsten Leistungen drei Stufen (Basis / beliebt / Premium) und zeigen Sie bei jeder Zeile die Dauer. So wird aus einer faden Liste eine Entscheidungshilfe.

Warum die Struktur der Preisliste zählt

Die meisten Kunden entscheiden in Sekunden. Vor einer Wand aus dreißig Leistungen ohne Kategorien schließen viele die Seite und buchen woanders. Ein klar gegliedertes Angebot wirkt dagegen vertrauenswürdig und lässt Kunden selbst finden, was sie suchen.

Die Struktur beeinflusst auch direkt, wie viel ausgegeben wird. Platzieren Sie Zusatzleistungen und Pakete geschickt, fallen sie auf und Kunden buchen mehr dazu. Zu den Zahlen dahinter siehe wie Sie den durchschnittlichen Bon erhöhen; hier geht es darum, dass das Angebot diese Gelegenheit überhaupt schafft.

1. Nach Kategorien ordnen

Die Grundlage eines übersichtlichen Angebots ist die Gliederung in logische Abschnitte. Kunden suchen nach Art der Leistung, nicht alphabetisch.

  • Nach Art der Behandlung — Schnitt, Farbe, Pflege, Styling. Die häufigste und intuitivste Variante für Friseursalons.
  • Nach Kunde — Damen, Herren, Kinder. Sinnvoll, wenn die Preise stark unterschiedlich sind.
  • Nach Länge oder Aufwand — kurz / mittel / lang. Fairer bei Farbe, macht das Angebot aber komplexer.

Wählen Sie eine Hauptgliederung und bleiben Sie dabei. Das Mischen mehrerer Logiken — teils nach Behandlung, teils nach Geschlecht — ist die häufigste Ursache für Chaos.

2. Leistungen klar benennen

Interne Namen ("Klassik Folie voll") sagen einem Kunden nichts. Ein Name soll andeuten, was er bekommt und für wen es passt.

  • Schreiben Sie Namen, die ein Laie versteht, nicht nur der Friseur.
  • Ergänzen Sie eine Beschreibung in einem Satz bei fachlicheren Leistungen.
  • Halten Sie den Stil einheitlich — entweder überall "Damenschnitt" oder überall "Schnitt (Damen)", nicht beides.

3. Drei Stufen: Basis, beliebt, Premium

Bei einer Schlüsselleistung drei Varianten anzubieten (oft good / better / best genannt) ist der wirksamste Kniff im ganzen Angebot. Menschen meiden Extreme, also greifen die meisten zur mittleren Option — die Sie so einrichten, dass sie sich für Sie lohnt.

Das nennt man Anker. Die teuerste Variante wirkt als Anker, vor dem die mittlere vernünftig erscheint. Selbst wenn sie kaum jemand kauft, verschiebt sie die Wahrnehmung beim Rest. Wie Sie die eigentlichen Zahlen festlegen, behandelt Ihre Preisstrategie im Salon.

Pakete und Kombinationen

Neben Stufen bieten Sie Pakete an — vorgefertigte Kombinationen (z. B. Schnitt + Farbe + Pflege zum Vorzugspreis). Ein Paket erleichtert die Entscheidung und hebt den Umsatz. Achten Sie darauf, dass es wirklich günstiger ist als die Summe der Einzelteile, sonst verliert es seinen Sinn. Welche Kombinationen sich lohnen, ergibt sich aus der Rentabilität jeder Leistung.

4. Immer Dauer und Zusatzleistungen zeigen

Die Dauer ist für Kunden eine zentrale Information — danach planen sie ihre Zeit. Für Sie bestimmt sie, wie viele Kunden pro Tag passen.

  • Zeigen Sie auf jeder Zeile eine ungefähre Dauer (z. B. "60–90 Min.").
  • Listen Sie Zusatzleistungen (z. B. Intensivpflege, Kopfmassage) gesondert als "dazu buchbar".
  • Nutzen Sie einen "ab"-Preis, wo er je nach Haarlänge variiert, und sagen Sie das offen.

Beispiel-Preisliste

Die folgende Tabelle ist ein veranschaulichendes Beispiel für einen fiktiven Friseursalon. Die Preise sind nur Richtwerte — setzen Sie Ihre eigenen nach Lage und Kosten ein.

KategorieLeistungDauerPreis (€)
SchnittDamenschnitt – Basis45 Min.22
SchnittDamenschnitt – Waschen, Schnitt, Styling60 Min.32
SchnittDamenschnitt – Premium-Pflege90 Min.45
FarbeKomplettfarbe90 Min.ab 55
FarbeSträhnen / Balayage150 Min.ab 110
PflegeIntensivpflege (Zusatz)20 Min.12
PaketSchnitt + Farbe + Pflege180 Min.109
HerrenHerrenschnitt30 Min.18

Beachten Sie die drei Stufen beim Damenschnitt und die Zusatzleistung bei der Pflege — genau das bewegt Kunden zu mehr Umsatz, ohne dass sie sich gedrängt fühlen.

5. Wo die Preisliste veröffentlicht gehört

Ihre Preisliste gehört überall hin, wo Kunden Sie suchen. Verstreute oder veraltete Preise wirken unprofessionell.

  • Salon-Website — die vollständige, stets aktuelle Preisliste. Falls Sie noch keine Website haben, siehe was eine Salon-Website enthalten muss.
  • Buchungsseite — Preise an jeder Leistung, damit Kunden die Kosten schon bei der Terminwahl sehen.
  • Karten-Profil — zumindest Ihre wichtigsten Positionen; die Einrichtung beschreibt die offizielle Google-Hilfe.
  • Soziale Medien — ein Link zur Preisliste auf Ihrer Website, kein Foto einer Tabelle, das schnell veraltet.

Hinweis: Am einfachsten ist eine Preisliste, auf die überall verwiesen wird. Wenn Sie ein kostenloses YourSalon-Konto erstellen, laufen Preisliste und Online-Terminbuchung aus einer Quelle, sodass Sie sie nur einmal aktualisieren — was enthalten ist, vergleichen Sie auf der Preisseite. In Deutschland und Österreich gilt zudem: Endpreise inklusive Umsatzsteuer ausweisen.

6. Aktuell halten

Die schlechteste Preisliste ist eine, die der Realität nicht mehr entspricht. Ein Kunde, der an der Kasse einen anderen Preis vorfindet, kommt nicht wieder.

  • Prüfen Sie die Liste mindestens zweimal im Jahr und nach jeder Kostenänderung.
  • Löschen Sie Leistungen, die Sie nicht mehr anbieten — leere Einträge untergraben das Vertrauen.
  • Kommunizieren Sie eine Preiserhöhung behutsam; wie das ohne Kundenverlust gelingt, zeigt Preise erhöhen, ohne Kunden zu verlieren.

Häufige Fehler in der Preisliste

  • Eine lange Liste ohne Kategorien. Kunden verlieren den Überblick und gehen.
  • Interne Namen. Was Ihnen klar ist, sagt ihnen nichts.
  • Fehlende Dauer. Kunden wissen nicht, wie viel Zeit sie einplanen sollen, und buchen nicht.
  • Keine Stufen oder Pakete. Sie verschenken eine einfache Möglichkeit, den Umsatz zu heben.
  • Veraltete Preise. Eine Lücke zwischen Angebot und Kasse ist der schnellste Weg zum Vertrauensverlust.

Kurze Checkliste für eine klare Preisliste

  • Eine Hauptgliederung nach Kategorien, bei der Sie bleiben.
  • Klare Leistungsnamen, mit kurzer Beschreibung bei den fachlichen.
  • Drei Stufen bei Schlüsselleistungen und mindestens ein Paket.
  • Dauer auf jeder Zeile und klar markierte Zusatzleistungen.
  • Dieselbe Preisliste auf Website, in Buchungen und auf Karten.
  • Ein wiederkehrender Prüftermin im Kalender.

Eine gut aufgebaute Preisliste arbeitet für Sie — sie führt den Kunden, hebt den Umsatz und spart Rückfragen. Beginnen Sie damit, Ihr aktuelles Angebot gegen die Checkliste oben zu prüfen, und verlegen Sie es dann an einen Ort, der auch Ihre Online-Terminbuchung speist.

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